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Verwendung und Wartung von Reifen

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Reifen sind die einzige Verbindung zwischen deinem Fahrzeug und der Straße. Ihr Zustand beeinflusst nicht nur dein Fahrverhalten, sondern auch deine Sicherheit. Ob Grip auf nasser Fahrbahn, sicheres Bremsen oder ein stabiles Fahrverhalten – alles hängt von der richtigen Reifenwahl und -pflege ab.

Ich selbst habe als Fahrlehrer unzählige Situationen erlebt, in denen der Zustand der Reifen über eine kritische Fahrsituation entschieden hat. Die richtige Pflege und Überprüfung kann Unfälle verhindern und dein Fahrerlebnis erheblich verbessern. Lass uns gemeinsam durchgehen, worauf du achten solltest!

Wie alt sind deine Reifen? Das Herstellungsdatum entschlüsseln

Jeder Reifen hat eine vierstellige DOT-Nummer, die das Produktionsdatum angibt. Diese Nummer findest du an der Seitenwand des Reifens, oft eingerahmt von einem ovalen Symbol. Beispiel: 1217 bedeutet, dass der Reifen in der 12. Kalenderwoche des Jahres 2017 hergestellt wurde. Ältere Reifen, insbesondere über sechs Jahre alte, sollten überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden, auch wenn sie noch genügend Profil haben.

Reifendruck – wann und warum prüfen?

Der richtige Reifendruck ist entscheidend für Sicherheit und Fahrkomfort. Prüfe ihn regelmäßig bei kalten Reifen, denn direkt nach einer Fahrt können die Werte durch die Erwärmung des Reifens verfälscht sein. Ein falscher Druck hat erhebliche Auswirkungen:

  • Zu hoher Druck: verringerte Bodenhaftung, ungleichmäßiger Verschleiß.

  • Zu niedriger Druck: höherer Kraftstoffverbrauch, schlechte Fahrstabilität, erhöhter Reifenverschleiß.

Besonders bei Motorrädern ist der Reifendruck essenziell, da schon geringe Abweichungen das Fahrverhalten stark beeinflussen. Ein zu niedriger Druck kann dazu führen, dass das Motorrad in Kurven instabil wird und sich schwerer lenken lässt, während ein zu hoher Druck den Kontakt zur Fahrbahn verringert und das Bremsverhalten verschlechtert.

Profiltiefe – Mindestanforderungen für Sicherheit

Die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefen variieren je nach Fahrzeugtyp:

  • Motorrad über 125 cm³: 1,6 mm

  • Mofa: 1,0 mm

  • PKW: 1,6 mm

Achte auf die TWI-Markierungen (Tread Wear Indicator) an deinen Reifen. Diese kleinen Erhebungen im Profil zeigen an, wenn die Mindestprofiltiefe erreicht ist.

Wovon hängt die Reifenhaftung ab?

Die Haftung eines Reifens auf der Fahrbahn wird durch mehrere Faktoren bestimmt:

  • Reifentemperatur: Warme Reifen haben besseren Grip.

  • Fahrbahnverhältnisse: Nässe, Schnee oder Schmutz beeinträchtigen die Haftung.

  • Witterung: Kalte Temperaturen härten das Gummi aus und reduzieren die Bodenhaftung.

Ein schleichender Luftverlust kann durch Fremdkörper im Reifen oder fehlende Ventilkappen entstehen. Anzeichen dafür sind ein leicht verändertes Fahrverhalten oder ein langsamer Druckabfall über mehrere Tage. Regelmäßige Sichtprüfungen und das Überprüfen des Luftdrucks mit einem Manometer helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Radwechsel – darauf musst du achten

Beim Radwechsel sind einige Sicherheitsmaßnahmen zu treffen:

  1. Fahrzeug gegen Wegrollen sichern!

  2. Wagenheber an den vorgesehenen Punkten ansetzen!

  3. Radmuttern vor dem Anheben leicht lösen, dann erst hochheben!

  4. Muttern nach dem Wechsel über Kreuz anziehen!

  5. Nach kurzer Fahrt die Radmuttern nachziehen!

Ich erinnere mich an eine Situation, in der ein Fahrschüler nach dem Reifenwechsel nicht nachgezogen hat – das Rad hat sich während der Fahrt gelöst! Seitdem ist das Nachziehen bei mir Pflicht!

Winterreifen – was ist wichtig?

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Winterreifen erkennst du am Schneeflockensymbol, das in Kombination mit der M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) als gesetzliche Anforderung für Winterreifen gilt. Ihre weichere Gummimischung sorgt für besseren Grip bei kalten Temperaturen. Wichtig:

  • Beachte die zulässige Höchstgeschwindigkeit deiner Winterreifen.

  • Ein Aufkleber im Sichtfeld erinnert dich an die maximale Geschwindigkeit.

  • Der Reifenfülldruck muss nach Herstellerangaben geprüft werden.

Reifendruckkontrollsystem (RDKS) – dein Sicherheitsplus

Moderne Fahrzeuge haben ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS), das dich bei Druckverlust warnt. Wenn die Anzeige aufleuchtet:

  1. Sofort anhalten und eine Sichtprüfung durchführen.

  2. Falls sichtbar platt, nicht weiterfahren!

  3. Druck an der nächsten Tankstelle prüfen und anpassen.

Fazit: Regelmäßige Reifenpflege erhöht deine Sicherheit

Egal, ob du mit dem Auto oder Motorrad unterwegs bist – deine Reifen verdienen Aufmerksamkeit! Je nach Jahreszeit sind unterschiedliche Maßnahmen erforderlich: Im Sommer ist es wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren, da warme Temperaturen ihn erhöhen können. Im Winter solltest du besonders auf ausreichende Profiltiefe und Winterreifen achten, um sicheren Grip auf glatten Straßen zu gewährleisten.

Checkliste für deine Reifen:

Profiltiefe prüfen (1,6 mm für PKW, 1,0 mm für Mofas, 1,6 mm für Motorräder). 
✅ Reifendruck regelmäßig messen (am besten bei kalten Reifen).
Herstellungsdatum kontrollieren (älter als 6 Jahre? Überprüfen!).
Sichtprüfung durchführen (Risse, Beulen oder eingefahrene Nägel?).

Mit diesen einfachen Maßnahmen verlängerst du die Lebensdauer deiner Reifen, sparst Sprit und bleibst sicher auf der Straße!