Entgegennehmen, Transport und Ablieferung der Güter
Sicherheit beim Gütertransport: Wichtige Grundlagen
Jeden Tag werden in Deutschland Millionen Tonnen Güter transportiert. Vom Paketdienst bis zum Schwertransport – die richtige Handhabung der Ladung ist entscheidend, um Unfälle zu vermeiden und den Verkehr nicht zu gefährden. Als Fahrlehrer und Experte für Verkehrssicherheit habe ich viele Situationen erlebt, in denen eine unsachgemäß gesicherte Ladung zu gefährlichen Situationen geführt hat. Ein besonders einprägsames Beispiel war ein Lkw, dessen ungesicherte Metallrohre in einer Kurve verrutschten und beinahe auf die Gegenfahrbahn rollten. Nur durch eine Vollbremsung konnte der Fahrer einen Unfall verhindern. Solche Vorfälle zeigen, wie wichtig eine korrekte Ladungssicherung ist. Deshalb ist es entscheidend, die Regeln und Vorschriften genau zu kennen.
Gesetzliche Vorgaben zu Fahrzeugabmessungen
Wenn du mit einem beladenen Fahrzeug unterwegs bist, musst du darauf achten, dass die zulässigen Höhen und Breiten nicht überschritten werden. Die StVO gibt klare Grenzen vor:
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Maximale Breite (einschließlich Ladung): 2,55 Meter (Ausnahme: land- oder forstwirtschaftliche Erzeugnisse und Kühlfahrzeuge)
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Maximale Höhe (einschließlich Ladung): 4,00 Meter
Diese Werte müssen unbedingt eingehalten werden, da sonst nicht nur Bußgelder drohen, sondern auch die Gefahr besteht, dass dein Fahrzeug nicht mehr unter Brücken oder durch Tunnel passt.
Richtiges Laden und Sichern der Güter
Beim Beladen eines Fahrzeugs geht es nicht nur um das Gewicht, sondern auch um die richtige Verteilung der Ladung. Folgende Punkte sind entscheidend:
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Zulässige Gesamtmasse nicht überschreiten
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Achslasten einhalten
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Höhe, Breite und Sicherung der Ladung prüfen
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Formschlüssige Anordnung oder Ladungssicherungsmittel nutzen
Besonders bei Stückguttransporten ist eine durchdachte Ladungssicherung entscheidend. Das bedeutet, dass die Ladung entweder formschlüssig gestapelt oder mit rutschhemmenden Matten, Spanngurten und Trennwänden gesichert wird, um ein Verrutschen während der Fahrt zu verhindern. Trenne die Ladefläche in Segmente oder ordne die Stücke so an, dass sie sich gegenseitig stabilisieren. Unnötige Zwischenräume sollten vermieden werden.
Kennzeichnungspflichten für überstehende Ladung
Nicht jede Ladung bleibt innerhalb der Fahrzeuggrenzen. In diesen Fällen sind spezielle Kennzeichnungen erforderlich:
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Nach hinten hinausragende Ladung: Eine mindestens 30 x 30 cm große, hellrote Fahne, die durch eine Querstange auseinandergehalten wird
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Seitlich herausragende Ladung über 0,4 m: Weiße Leuchten nach vorn und rote Leuchten nach hinten
Be- und Entladen am Fahrbahnrand: Was ist erlaubt?
Es ist nicht immer vermeidbar, dass du beim Be- oder Entladen auf der Straße stehst. Dabei gibt es klare Vorschriften:
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Der Verkehr darf nicht gefährdet werden
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Haltverbote dürfen nicht missachtet werden
Das bedeutet, dass du nur dort laden und entladen darfst, wo du keine Gefahr für andere darstellst. Nutze wenn möglich Seitenstreifen oder firmeneigene Ladezonen.
Umgang mit besonderen Transportgütern
Einige Güter erfordern besondere Vorsichtsmaßnahmen:
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Gefahrgüter: Hier gelten strenge Vorschriften, z. B. ADR-Vorgaben
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Lebende Tiere: Diese müssen so transportiert werden, dass ihr Wohlbefinden nicht beeinträchtigt wird
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Abfallgüter: Auch hier gibt es spezielle Kennzeichnungspflichten
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Kühlgüter: Ständige Temperaturüberwachung ist erforderlich, bei Ausfall der Kühlung sind geeignete Maßnahmen zu treffen
Wenn du heiß zu transportierende Ladung (z. B. Bitumen) fährst, musst du bei einer Panne nicht nur das Fahrzeug absichern und Hilfe organisieren, sondern auch dafür sorgen, dass die notwendige Temperatur aufrechterhalten bleibt.
Regelmäßige Ladungskontrolle für maximale Sicherheit
Eine ungesicherte Ladung kann lebensgefährlich sein. Deshalb gehört zur richtigen Ladungssicherung:
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Verstauen und Befestigen der Ladung
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Abdecken von Schüttgut
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Kontrolle der Sicherung, besonders auf schlechten Straßen
Gerade beim Transport von Baumstämmen oder Stückgütern auf unebenen Fahrbahnen ist es notwendig, die Ladungssicherung regelmäßig zu prüfen und die Fahrweise entsprechend anzupassen. Eine Kontrolle sollte spätestens nach 50 km oder bei jedem Fahrerwechsel erfolgen. Zudem ist eine zusätzliche Überprüfung nach starken Bremsmanövern oder Erschütterungen durch schlechte Straßenverhältnisse ratsam.
Verantwortung von der Entgegennahme bis zur Ablieferung
Schon bei der Entgegennahme einer Ladung bist du in der Verantwortung. Ist die Ladung beschädigt und stellt eine Gefahr dar, solltest du sie zurückweisen, wenn du die Gefahr nicht beseitigen kannst.
Bei der Ablieferung ist es wichtig, dass die Ladung sicher und unbeschädigt ankommt. Dokumentiere eventuelle Schäden oder Unregelmäßigkeiten und halte dich an die Vorgaben des Empfängers. Kritische Schäden sind beispielsweise Bruchstellen, Flüssigkeitsverluste oder starke Verformungen, die die Transportfähigkeit beeinträchtigen. Die Dokumentation sollte idealerweise durch Fotos, schriftliche Berichte oder digitale Protokolle erfolgen, um mögliche Haftungsfragen zu klären.
Fazit: Sicherheit beginnt mit Planung
Egal, ob du Pakete oder schwere Maschinen transportierst: Eine sichere Ladung beginnt schon vor der Fahrt und endet erst mit der korrekten Ablieferung. Wenn du dich an die Vorschriften hältst, trägst du aktiv zur Verkehrssicherheit bei und vermeidest Unfälle.
Mit einer vorausschauenden Planung und den richtigen Sicherungsmaßnahmen kommst du und deine Ladung sicher ans Ziel! Achte stets auf eine korrekte Ladungssicherung, halte dich an die Vorschriften und überprüfe regelmäßig die Stabilität deiner Fracht. Denn nur wer Verantwortung übernimmt, sorgt für eine sichere und reibungslose Fahrt.
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