Lenk- und Ruhezeiten
Wenn du dich auf den Weg machst, Berufskraftfahrer zu werden, wirst du bald feststellen: Die Straßen sind dein zukünftiger Arbeitsplatz, und dein Job erfordert höchste Konzentration. Doch zu lange Lenkzeiten oder zu wenig Pausen können deine Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit erheblich verschlechtern. Studien zeigen, dass bereits nach vier Stunden ununterbrochener Fahrt die Reaktionszeit deutlich abnimmt und das Unfallrisiko steigt. Genau aus diesem Grund gibt es gesetzliche Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten. Sie schützen nicht nur dich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.
⏳ Wie lange darfst du fahren? Die wichtigsten Vorgaben
Tageslenkzeit
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Maximal 9 Stunden pro Tag
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Zweimal pro Woche darfst du auf 10 Stunden verlängern
Wöchentliche Lenkzeit
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Maximal 56 Stunden pro Woche
Lenkzeit innerhalb von zwei Wochen
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Höchstens 90 Stunden innerhalb von 14 Tagen
Egal, ob du einen Lkw mit 6 Tonnen oder einen Lastzug mit 24 Tonnen fährst – diese Werte gelten EU-weit und basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Ermüdung und Unfallvermeidung. Sie sollen sicherstellen, dass du nicht überlastet wirst und deine Konzentration während der Fahrt aufrechterhalten kannst.
☕ Wann musst du eine Pause machen?
Wenn du unterwegs bist, gilt eine klare Regel: Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit musst du eine Pause einlegen.
Mindestpause nach 4,5 Stunden Lenkzeit
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Mindestens 45 Minuten Pause
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Alternativ: Eine Pause von 15 Minuten + eine Pause von 30 Minuten. Die erste Pause muss dabei zwingend 15 Minuten lang sein.
Ob du Lkw oder Bus fährst – die Regel bleibt gleich. Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßige Pausen die Reaktionsfähigkeit deutlich verbessern und somit das Unfallrisiko senken. Das Ziel: Deine Konzentration aufrechterhalten und Unfälle vermeiden.
Wie lange muss deine tägliche Ruhezeit sein?
Nach einem anstrengenden Arbeitstag muss eine ausreichende Erholungsphase folgen. Die gesetzliche Ruhezeit ist klar definiert:
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Regulär: 11 Stunden Ruhezeit
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Verkürzt: 9 Stunden, aber nur dreimal pro Woche
Diese Zeit darfst du nicht hinter dem Steuer verbringen – auch nicht als Beifahrer. Sie dient deiner Erholung und muss am Stück oder in zwei Teilen erfolgen (z. B. 3 Stunden + 9 Stunden).
Für wen gelten die Vorschriften?
Die Lenk- und Ruhezeiten sind verpflichtend für alle Fahrer im gewerblichen Güter- und Personenverkehr mit folgenden Fahrzeugen:
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Lkw über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse
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Busse mit mehr als 9 Sitzplätzen
Wenn du beruflich mit solchen Fahrzeugen unterwegs bist, musst du dich an die Regeln halten. Verstöße können hohe Bußgelder nach sich ziehen – sowohl für dich als Fahrer als auch für dein Unternehmen.
Warum sind diese Regeln wichtig?
Die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten sind nicht nur bürokratische Vorgaben, sondern lebensrettend. Sie stellen sicher, dass du:
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ausgeruht und konzentriert unterwegs bist
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Unfälle durch Übermüdung vermeidest
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keine Bußgelder riskierst
Ich selbst habe unzählige Fahrschüler auf ihrem Weg zum Berufskraftfahrer begleitet. Einer meiner Schüler hatte anfangs Schwierigkeiten, seine Pausen einzuhalten, weil er immer schneller ans Ziel kommen wollte. Doch nach einem langen Fahrtag merkte er selbst, wie sehr die Müdigkeit ihn beeinträchtigte. Seitdem ist er ein Verfechter der vorgeschriebenen Ruhezeiten und gibt seine Erfahrungen sogar an neue Fahrer weiter. Diese Regeln sind nicht da, um dich einzuschränken – sie sind da, um dich zu schützen.
✅ Fazit: Halte dich an die Regeln – für deine eigene Sicherheit!
Wenn du gewerblich fährst, sind die Regeln zu Lenk- und Ruhezeiten nicht verhandelbar. Besonders für Fahranfänger können Verstöße schwerwiegende Konsequenzen haben – von hohen Bußgeldern über Strafpunkte bis hin zum Verlust der Fahrerlaubnis. Eine bewusste Einhaltung schützt dich nicht nur vor Strafen, sondern auch vor gefährlichen Situationen auf der Straße. Sie sorgen dafür, dass du gesund bleibst und deine Arbeit sicher ausführen kannst. Halte dich an die Vorgaben – nicht nur, um Strafen zu vermeiden, sondern weil es letztlich um dein eigenes Wohl geht!
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